Kirchen in säkularisierten Kontexten

In einem Essay zu Leo XIV. versuchte ich, von den Zukunftschancen einer erneuerten Kirche ein nüchternes Bild zu entwerfen.[1] Meine These lautete: Weltweit durchzieht die römisch-katholische Kirche ein dichtes und komplexes Feld von starken, geradezu unüberwindlichen Angeboten, Motiven und Strukturen der Macht. Solange wir die Beharrungskraft dieser Vorprägungen nicht ins Visier nehmen, gar neutralisieren, gibt es keine Hoffnung auf eine erneuerte Kirche, auch nicht auf die vielfach beschworene Synodalität, welche die autoritären Verhältnisse eindämmen und eine Kultur der geschwisterlichen Teilnahme ermöglichen soll. Sie sind in diesen Dispositiven festbetoniert. Weiterlesen